Werden bald Roboter Gruppenfitness unterrichten?
Stell dir eine Klasse vor, in der vorne kein Mensch steht, sondern ein Bildschirm. Eine KI zählt deine Wiederholungen, korrigiert per Kamera deine Haltung und passt das Tempo an deinen Puls an. Sie wird nie müde, vergisst keine Übung und ist um sechs Uhr früh genauso gut gelaunt wie um neun Uhr abends.
Technisch ist das keine Science-Fiction mehr. KI schreibt Texte, malt Bilder, komponiert Musik und erstellt Trainingspläne. In vielen Bereichen ist sie schon heute schneller und genauer als die meisten Menschen, und vieles spricht dafür, dass sie bald in fast allem besser sein wird als die Besten unter uns.
Die naheliegende Frage lautet also: Braucht es uns dann noch? Wir glauben, das ist die falsche Frage. Spannender ist eine andere: Wenn Maschinen so vieles für uns erledigen, was machen wir dann mit uns selbst?
Was eine Maschine nicht kann
Eine KI kann eine Übung perfekt beschreiben. Was sie nicht kann: mit dir im selben Raum sein.
Wer schon einmal eine gute Klasse erlebt hat, kennt den Moment, in dem eine ganze Gruppe gleichzeitig ausatmet. Oder das Lachen, das durch den Raum geht, wenn eine Übung wackelig wird. Oder die Person vorne, die merkt, dass heute jemand einen schweren Tag hat, und deren Stimme dann ein wenig weicher wird. Das sind keine Daten. Das ist Begegnung.
Wir Menschen sind darauf angelegt, einander wahrzunehmen. Wir spüren, ob jemand wirklich da ist oder nur funktioniert. Eine Maschine kann Aufmerksamkeit nachahmen, aber sie kann dich nicht so sehen, wie ein Mensch dich sieht. Und genau danach sehnen wir uns.
Die eigentliche Frage: Wofür nutzen wir die Zeit?
Schon 1930 sagte der Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass die Generation seiner Enkel dank des technischen Fortschritts nur noch rund 15 Stunden pro Woche arbeiten würde. Die eigentliche Herausforderung sei dann, mit der freien Zeit sinnvoll umzugehen.
Ganz so ist es nicht gekommen. Mit KI kehrt die Frage aber zurück. In den USA nutzen inzwischen rund 39 Prozent der Erwerbstätigen generative KI für ihre Arbeit. Die eingesparte Zeit liegt erst bei gut 2 Prozent aller Arbeitsstunden, wächst aber von Quartal zu Quartal. Ob daraus mehr Freizeit wird oder nur mehr Arbeit in kürzerer Zeit, ist offen.
Sicher ist: Wenn Maschinen das Rechnen, Schreiben und Planen übernehmen, rückt in den Vordergrund, was nur wir können. Einander begegnen. Uns bewegen. Ganz da sein. Die Zeit, die uns KI schenken könnte, ist nur dann ein Gewinn, wenn wir sie mit etwas füllen, das uns nährt.
Was Menschen wirklich nährt
Die Zahlen zeigen, wo wir stehen. Laut einer Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist weltweit jeder sechste Mensch von Einsamkeit betroffen. Einsamkeit und soziale Isolation tragen demnach jedes Jahr zu rund 871.000 Todesfällen bei. Als eine der Ursachen nennt die Kommission ein Übermaß an digitalen Technologien.
Gleichzeitig bewegen wir uns zu wenig. Fast ein Drittel der Erwachsenen weltweit, rund 1,8 Milliarden Menschen, erreicht die empfohlene Bewegung nicht. Setzt sich der Trend fort, werden es bis 2030 schon 35 Prozent sein.
Bewegung und Gemeinschaft verstärken sich gegenseitig. In einer kleinen Studie mit 69 Medizinstudierenden sank das empfundene Stressniveau um 26 Prozent bei jenen, die zwölf Wochen lang in der Gruppe trainierten. Wer allein trainierte, investierte mehr Zeit, spürte beim Stress aber keinen deutlichen Unterschied. Eine einzelne Studie beweist nicht alles. Sie bestätigt aber, was viele aus eigener Erfahrung kennen: Gemeinsam bewegt es sich leichter.
Was uns nährt, ist also nicht noch mehr Effizienz. Es sind drei sehr alte Dinge: ein Körper, der sich bewegen darf, Menschen um uns herum und die Fähigkeit, ganz im Moment zu sein.
Ein neuer Ansatz: Training ohne Vergleichen
Unser Leben ist seit Generationen auf Leistung ausgerichtet, auch beim Training. Wir zählen Schritte, Kalorien und Bestzeiten und schauen, wie wir neben den anderen im Raum abschneiden.
Doch was passiert, wenn eine Maschine in fast allem besser ist als der beste Mensch? Dann verliert das Messen am anderen seinen Sinn.
Wenn wir uns nicht mehr mit Maschinen messen können, müssen wir uns auch nicht mehr miteinander messen. Was dann zählt, ist, wie wir miteinander da sind.
Genau das üben wir bei Yuna seit über 20 Jahren. Schon in unserem allerersten Businessplan von 2003 stand: „Yoga für eine neue Generation“. Wie neu diese Generation einmal werden würde, haben wir damals nicht geahnt.

In einer Yuna Klasse gibt es keine Levels, kein Lob und keine Kritik. Niemand turnt vor, niemand muss nachmachen. Wer anleitet, tut das nur mit der Stimme und ist frei, durch den Raum zu gehen und jeden Menschen zu sehen. Der 25-Jährige trainiert neben der 70-Jährigen, jede:r in der eigenen Version.
Das ist keine Frage des persönlichen Stils. In vielen Trainingsformen hängt es von der Person vorne ab, ob eine Klasse zum Wettbewerb wird oder nicht. Bei Yuna ist das System so gebaut, dass leistungsorientiertes Unterrichten gar nicht erst möglich ist. Wer vergleicht, bewertet oder zur Bestleistung antreibt, unterrichtet nicht mehr Yuna.
Das Training fordert durchaus: Kraft, Mobilität, Ausdauer. Es misst nur niemanden am anderen. Wir nennen das die Egofreie Zone. Du strengst dich an, aber für dich selbst. Vielleicht ist genau das ein Training für eine Zeit, in der Leistung allein uns nicht mehr ausmacht.
Vielleicht bist du die Person, die Menschen zusammenbringt
Die Zukunft wird nicht nur Maschinen brauchen, die für uns arbeiten. Sie wird Menschen brauchen, die andere zusammenbringen. Menschen, die einen Raum halten können, in dem sich alle willkommen fühlen, egal wie alt, wie fit oder wie beweglich sie sind.
Vielleicht willst du so ein Mensch werden. Vielleicht suchst du auch erst einmal einen Ort für dich selbst. Beides ist ein guter Anfang.
Anfang, Bewegung und Abschluss einer echten Klasse, kostenlos direkt in dein Postfach.
Quellen
Training ohne Vergleichen lernen
In der YUNA Ausbildung lernst du, Gruppen nur mit deiner Stimme anzuleiten. Online und in deinem Tempo.





